Mai 2016 - die heilige Myrte im Dorf Venerato auf Kreta

Ein riesiger Brautstrauß

oder

Europas stärkste Myrte ?

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Die Nonnen im Kloster Moni Paliani auf Kreta, ca 30 km südlich der Hauptstadt Heraklions gelegen, verehren den immergrünen Baum als Heiligtum. Der Baum soll mindestens 500 Jahre alt sein, andere Stellen beschreiben das Alter als 1000 jährig. Sei`s drum, eines ist beim Anblick des gedrungenen Baumes, der eigentlich in freier Natur nur Strauchgröße erreicht, unzweifeilhaft, ein immens stattliches Exemplar!

Gelegen in 330 m Höhe in den östlichen Ausläufern des Ida-Gebirges, wächst der mächtige, uralte Myrtenbaum. Der Standort ist auf dieser Karte eingetragen, mittig auf der Insel Kreta. Die Nonnen haben den Laubbaum nicht nur geografisch in das Zentrum ihres Klosters genommen, alle ca. 20 Häuschen der Klosteranlage bilden einen Kreis um Kirche und den Baum daneben, der Baum ist ihr Heiligtum ! Der Brauch geht auf das Jahr 1821 zurück. Damals wurden das Kloster bei einem Überfall der Türken zerstört und die Nonnen ermordet. Nach dem Massaker fand man eine Ikone unversehrt unter der Myrte. Seitdem wird jedes Jahr am 24. September der Panagia Myrtidiotisa (Jungfrau vom Myrtenstrauch) gedacht.

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Fromme Wünsche hängen im Baum des Pilgerortes

Das tatsächliche Alter des Baum selbst  lässt sich nur schwer ermitteln, aber der gewaltige Umfang des zerklüfteten Stammes von geschätzten 5 Metern läßt durchaus auf ein Alter von mehreren Jahrhunderten schließen.Trotz dieses hohen Alters strotzt der Baum vor Vitalität. Alljährlich sind die kräftig grünen Zweige von zahllosen reifen, weißen Beeren übersät und am alten knorrigen Stamm wachsen zahlreiche junge Austriebe.

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Eins ist aber bestimmt Legende oder eher Märchen: die Nonne, die mir ihr Zimmer zeigte, das komplett mit Ikonen und Votivtäfelchen bestückt war, diese seien aus dieser Myrte hergestellt. Wer`s glaubt, wird selig ! Oder habe ich etwa jetzt ein Stück der Myrte zu Hause stehen ?

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Die Myrte spielte in der griechischen Mythologie eine große Rolle. Im alten Griechenland war die Myrte der Göttin Aphrodite geweiht, der Göttin der Liebe und Schönheit. Myrtenzweige gelten als Symbol für Jungfräulichkeit, Lebenskraft und viele gesunde Kinder, aber auch der über den Tod hinausgehenden Liebe. Bereits Griechen und Römer schmückten die jungfräuliche Braut mit einem Myrtenkranz. Im 16. Jahrhundert wurde dieser Hochzeitsbrauch auch in Deutschland Sitte.

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unser frommer Wunsch im Mai 2016

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